Neurodermitis und Ernährung: Was darf ich essen?

Die Stärke der Symptome von Neurodermitis und Ernährung stehen in einem direkten Zusammenhang. Unsere Gastautorin Romy von nutrischlau teilt in diesem Beitrag ihr Wissen zum Einfluss der Ernährung und gibt Tipps. Sie ist zertifizierte Ernährungsberaterin und befasst sich seit der Diagnose Neurodermitis bei ihrer Tochter intensiv mit dem Thema. 

Ein Tisch voller Obst und Gemüse

Die Zusammenhänge zwischen Neurodermitis und der Ernährung sind leider vielen Betroffenen nicht bekannt. Diese Unkenntnis kann zu einer unnötig langen Leidensgeschichte neurodermitiskranker Kinder und ihren Familien führen. 

Wie hängen Neurodermitis und die Ernährung zusammen?

Ein Beispiel: Eine meiner Freundinnen ist Mama eines kleinen Jungen mit Neurodermitis. Schwere Zeiten liegen hinter den beiden. Keine Creme half, der Kleine kratzte sich ständig und die Neurodermitis hatte sich bereits über den gesamten Körper ausgebreitet. Eine fachkundig durchgeführte Ernährungstherapie konnte schließlich ans Licht bringen, was dem kleinen Körper keine Ruhe lies.
Inzwischen geht es ihm viel besser, der Juckreiz ist verschwunden und seine Haut kaum wieder zu erkennen. 

Neurodermitis wird von verschiedenen Faktoren getriggert. Die Ernährung spielt bei ungefähr einem Drittel der betroffenen Kinder eine Rolle und ist umso wahrscheinlicher relevant, je schwerer die Krankheit ausgeprägt ist. 

Im Säuglings- und Kindesalter erfolgen die häufigsten Reaktionen auf Hühnerei, Kuhmilch, Erdnuss, Soja, Weizen, Nüsse und Fisch

Und nun kommt auch die Auflösung des Rätsels von gerade eben: Das Kind meiner Freundin reagierte allergisch auf das Kuhmilchprotein in seiner Babymilchnahrung. Mit dem Wechsel auf eine Spezialnahrung und der zunehmenden (milchfreien) Beikost heilte seine Haut zusehends ab. Der tägliche Trigger aus seinem Speiseplan war verschwunden. 

Muss ich den Speiseplan meines Kindes einschränken?

Nein. Ziehe die Ernährung als Auslöser dann in Betracht, wenn die Neurodermitis stark ausgeprägt ist und andere Therapieansätze keine spürbare Wirkung zeigen.

Grundsätzlich ist für jedes Kind eine ausgewogene und vielseitige Ernährung wichtig, um eine gesunde Entwicklung zu ermöglichen. Ein pauschales Weglassen bestimmter Lebensmittel kann zu Mangelzuständen bei deinem Kind führen.

Ein paar Grundregeln gilt es allerdings für alle Neurodermitiker zu beherzigen: 

  • wenig Säure (z. B. Zitrusfrüchte) 
  • wenig Industrie-Zucker 
  • Fleisch- und Wurstwaren nur in Maßen und in guter Qualität 

Andernfalls können durch die Inhaltsstoffe dieser Lebensmittel Entzündungsprozesse im Körper weiter angeheizt werden. 

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Zusammen mit unseren Experten und Expertinnen haben wir für Sie zahlreiche Informationen über Neurodermitis, Auslöser, Vorkommen und Behandlung zusammengestellt.

Hat mein Kind eine Nahrungsmittelunverträglichkeit?

Wenn du den Verdacht hast, dass dein Kind auf Nahrungsmittel reagiert, kann ein Arzt mögliche allergische Reaktionen anhand einer Blutuntersuchung abklären und ggf. weitere Schritte mit dir besprechen. 
 
Allerdings sind nicht alle Reaktionen auf Lebensmittel im Blut sichtbar. Es gibt sogenannte Pseudoallergien, Intoleranzen und Unverträglichkeitsreaktionen, die sich, anders als eine Lebensmittelallergie, nicht über eine Antikörperreaktion im Blut nachweisen lassen. Hierzu gehören zum Beispiel Reaktionen auf Lebensmittelzusatzstoffe, wie Farb- oder Konservierungsstoffe, aber auch auf natürliche Bestandteile von Lebensmitteln, wie beispielsweise Laktose, Lektin, Histamin oder Phytinsäure. 

Um auch solchen Ursachen auf die Spur zu kommen, kannst du ein Ernährungs-Symptom-Tagebuch führen. Eine Vorlage zum Downloaden, findest du auf meiner Seite. dafür findest du. Darin schreibst du auf, was dein Kind gegessen hat und wie sich Juckreiz, Hautzustand und andere Symptome entwickeln. Dadurch wird es möglich, Reaktionen auf bestimmte Lebensmittel zu erkennen. 
 
Dabei solltest du dich von einer fachkundigen Person, wie zum Beispiel einem Ernährungstherapeuten begleiten lassen. Es gibt einiges zu beachten, um gesicherte Rückschlüsse aus einem Ernährungsprotokoll ziehen zu können. Die Gefahr ist sonst groß, den Speiseplan des Kindes vorschnell und unnötig einzugrenzen. 

Aus der Forschung wissen wir, dass das Mikrobiom einen Einfluss auf entzündliche Hautkrankheiten wie Neurodermitis (Atopisches Ekzem), Nesselsucht (Urtikaria), Rosacea, Schuppenflechte (Psoriasis) und auch Akne. In unserem Blogbeitrag über das Mikrobiom erfahren Sie mehr zu dem Thema. 

Hat Ihr Kind Neurodermitis?

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Fazit

Wenn du das Gefühl hast, dass deinem Kind mit seiner Neurodermitis keine Therapiemaßnahme hilft, ggf. nicht einmal Kortison zufriedenstellend anschlägt, dann kläre, ob die Ernährung deines Kindes eine Rolle spielt. 

Ein Allergietest sollte dabei einer der ersten Schritte sein. Können die Beschwerden dadurch nicht erklärt werden, solltest du eine Ernährungstherapie in Erwägung ziehen. 

Lasst es euch schmecken und alles Gute für dich und dein „Kratz-Kind“! 

Autor*innenprofil

Romy von Nutrischlau

Romy von nutrischlau

Unsere Gastautorin Romy hat in ihrer Familie intensive Erfahrungen mit Neurodermitis machen müssen. Ihre Geschichte teilt sie auf ihrem Neurodermitis-Blog. Ihr Wissen zum Thema atopisches Ekzem nimmt sie nicht nur aus ihren Erfahrungen: Romy ist zertifizierte Ernährungsberaterin mit dem Schwerpunkt Lebensmittelunverträglichkeiten und -allergien (BTB), ist Mitglied im AGNES e. V. (Arbeitsgemeinschaft Neurodermitisschulung e. V.) und Vorstandsvorsitzende des Netzwerks innovative Neurodermitis-Versorgung (NiNV e.V. i.G.).

Betroffenen hilft Romy in der nutrischlauNeurodermitis-Beratung. 

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