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Knötchenflechte

Was ist Knötchenflechte?

Bei der Knötchenflechte (Lichen ruber planus) handelt es sich um eine entzündliche Erkrankung der Haut, die sich typischerweise über kleine juckende Knötchen an den Handgelenken, am unteren Rücken und an den Schienbeinen äußert. Sie ist nicht ansteckend und verläuft zeitlich begrenzt, schubweise oder auch chronisch. Mit einem weltweiten Vorkommen bei 0,5 % der Bevölkerung, zählt sie zu den eher häufigen Hauterkrankungen. Sie manifestiert sich meist zwischen dem 30. und 60. Lebensjahr, kann jedoch in jedem Altern auftreten. Frauen und Männer sind ungefähr gleichhäufig betroffen.

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Was sind die Symptome?

Das typische Bild einer Knötchenflechte sind kleine, flache Knötchen von lila bis roter Farbe mit mattem Glanz, die mit einer weißlichen, netzförmigen Streifung überzogen sind („Wickham-Streifung“). Die Knötchen können einzeln oder gruppiert angeordnet sein und werden von starkem Juckreiz begleitet. In der Regel gibt es keine Schuppung oder Krustenbildung. Im Verlauf kann es zu einer vermehrten Pigmentierung und Braunfärbung der betroffenen Areale kommen. Meistens heilen die Hautveränderungen narbenfrei ab.

An den Schleimhäuten äußert sich die Knötchenflechte über weißliche Auflagerungen, die teilweise mit schmerzhaften offenen Stellen einhergehen können.

Ist die Kopfhaut ebenfalls betroffen, kann es zu teils irreversiblem Haarausfall kommen.

Was sind die Ursachen?

Die Ursache der Knötchenflechte ist noch nicht vollständig geklärt. Bekannt ist, dass sie durch eine Autoimmunreaktion der Haut entsteht, bei der das eigene Immunsystem bestimmte Hautzellen irrtümlicherweise als fremd erkennt und angreift, wodurch diese zerstört werden. Als Folge entsteht eine Entzündung und es kommt zur Ausbildung verschiedener, für die Knötchenflechte typischer Hautveränderungen.

Wodurch wird sie ausgelöst?

Die Knötchenflechte kann spontan und ohne ersichtlichen Grund auftreten. Es sind jedoch eine Reihe an Auslösern bekannt, die mit der Entstehung dieser Krankheit in Verbindung stehen.

Hierzu zählen zum Beispiel verschiedene Medikamente und Impfstoffe, welche als unerwünschte Wirkung eine Knötchenflechte auslösen können.

Auch werden psychische Faktoren und Stress als Auslöser diskutiert.

Darüber hinaus tritt die Knötchenflechte in Verbindung mit einer Vielzahl von Krankheitsbildern auf, auf die die betroffene Person untersucht werden sollte: Diabetes, erhöhte Blutfette, Gicht, Hepatitis (Leberentzündung), Autoimmunerkrankungen wie chronisch entzündliche Darmerkrankungen, kreisrunder Haarausfall oder Vitiligo sowie Lymphdrüsenkrebs.

Die Knötchenflechte kann zudem durch mechanische Irritation und Mikroverletzungen hervorgerufen werden. So entsteht sie z.B. an solchen Stellen, an denen vorher gekratzt worden ist oder nach Verletzungen.

Zu Zahnmaterial (Amalgam, Gold) konnte bisher dagegen keine Verbindung nachgewiesen werden.

Welche Körperregionen sind betroffen?

Die typischen Hautregionen sind:

  • Innenseite der Handgelenke und Unterarme
  • Unterer Rücken/Kreuzbein
  • Schienbeine
  • Knöchel
  • Mundschleimhaut
  • Genital
  • Nägel
  • Kopfhaut (selten)

Bei zwei Drittel der betroffenen Personen können zusätzlich oder seltener ausschließlich die Schleimhäute betroffen sein. Bei Schleimhautbefall kommt es zu weißlichen Verfärbungen mit feiner weißlicher Netzzeichnung an der Wange oder der Zunge sowie im Genital- oder Analbereich. In 10% der Fälle werden zudem Nagelveränderungen in Form von brüchigen, geriffelten oder vollkommen zerstörten Nägeln beobachtet.

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Wie verläuft die Behandlung?

Wird das Vorliegen einer Knötchenflechte vermutet, sollte die Diagnose zunächst durch einen Hautarzt gesichert werden. Gleichzeitig ist es sinnvoll, gezielt nach möglichen Auslösern wie z.B. dem Vorliegen einer inneren Erkrankung zu suchen, damit diese, wenn möglich behandelt werden kann.

Die Behandlung der Knötchenflechte richtet sich nach dem Ausmaß des Befalls (einzelne Stellen oder großflächiger Befall), der betroffenen Körperstellen (Körperhaut, Schleimhaut oder Nägel) und dem individuellen Leidensdruck. Beim Leidensdruck steht vor allem der quälende Juckreiz im Vordergrund. Offene Stellen im Mund oder am Genital können schmerzhaft und störend sein. Bei Befall der Kopfhaut besteht das Risiko des irreversiblen Haarausfalls und insgesamt kann mit der Knötchenflechte als sichtbare Hauterkrankung eine ästhetische Beeinträchtigung einhergehen, unter welcher die Betroffenen leiden.

Zu den allgemeinen Therapieempfehlungen zählen eine gute Hautpflege und die Linderung des Juckreizes durch Medikamente aus der Klasse der Antihistaminika.

Bei mildem Befall ist eine Lokaltherapie mit kortisonhaltigen Präparaten oft ausreichend. Außerdem steht die Lichttherapie als weitere Behandlungsoption zur Verfügung. Nur bei starkem oder ausgeprägtem Befall ist eine systemische Therapie mit speziellen Medikamenten (Tabletten, Infusionen) erforderlich.

Die Erkrankung heilt im Durchschnitt nach einem Jahr spontan aus, kann jedoch prinzipiell immer wieder ausbrechen. In der Mehrzahl der Fälle entstehen keine Narben, allerdings kann eine bräunliche Verfärbung der entsprechenden Hautareale bestehen bleiben.

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Der ICD-Code für Knötchenflechte?

Der ICD-10-Code für Knötchenflechte lautet L43.

Häufig gestellte Fragen

Wir haben hier die wichtigsten Informationen für Sie zusammen gestellt. Sollten Sie noch weitere Fragen haben, finden Sie sämtliche Antworten in den FAQs.

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Dirschka, Hartwig, Oster-Schmidt. Klinikleitfaden Dermatologie. Kapitel 15.1.1 Lichen planus, S. 616-619. 3. Auflage, Urban & Fischer, Elsevier Verlag.

Dermatologie Venerologie, Fritsch P. Schwarz T., Kapitel 9.1 Lichen (ruber) planus (Knötchenflechte). S. 392-401, 3. Auflage, Springerverlag.