Affenpocken: Woran erkenne ich die Viruserkrankung?

Wer die Nachrichten verfolgt, wird schon von ihnen gehört haben – den Affenpocken. Wieder breitet sich ein Virus in Europa aus und viele Menschen sind verunsichert. Was hat es mit dieser Pockenart auf sich? Droht uns die nächste Pandemie? Affenpocken weisen Hautveränderungen auf, doch nicht jeder Ausschlag bedeutet eine Infektion mit diesem seltenen Virus.

Erfahren Sie in diesem Artikel, was Affenpocken sind, wie Sie sich gegen eine Infektion schützen können und was Sie tun sollten, falls Sie Symptome der Affenpocken aufweisen.

Was sind Affenpocken?

Bei Affenpocken (Monkeypox) handelt es sich um eine Viruserkrankung, welche in seltenen Fällen von Tieren auf uns Menschen übertragen wird. Nach der Infektion mit dem Virus kommt es unter anderem zu Hautveränderungen, die Pocken ähneln. Ursprünglich kommt die Krankheit von Tieren in West- und Zentralafrika.  

Gut zu wissen

Affenpocken, Windpocken und Pocken tragen zwar einen ähnlichen Namen, sind jedoch verschiedene Krankheiten. Die Symptomatik des Hautausschlages kann zu Verwechslungen führen.

Wo kommt die Viruserkrankung vor?

Bekannt ist der Affenvirus in West- und Zentralafrika. In den 70iger Jahren wurden in der Demokratischen Republik Kongo die Krankheit erstmals an einem Menschen festgestellt. Durch Importe aus Afrika, wurden in den letzten Jahren vereinzelt Fälle in anderen Ländern wie den USA, Singapur, Israel und Großbritannien festgestellt. In Deutschland wurde im Mai 2022 ein erster Fall von Affenpocken diagnostiziert.

Gut zu wissen: Pocken sind eine besonders ansteckende Viruserkrankung, welche jedoch im Jahr 1980 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als ausgerottet erklärt wurde.

Symptome: Diese Anzeichen deuten auf Affenpocken hin

Erste Anzeichen der Affenpocken treten meist nach einer Inkubationszeit von ungefähr sieben und 21 Tagen auf. Anfängliche Symptome sind Fieber, Kopf-, Muskel- und Rückenschmerzen, Schüttelfrost sowie geschwollene Lymphknoten. Deutlicher, dass es sich um die Affenpocken handeln könnte, wird es, wenn sich einige Tage später Hautausschlag (Hauteffloreszenzen) ausbreitet. Dieser verkrustet letztendlich und fällt ab. Häufig beginnt der Ausschlag im Gesicht und weitet sich anschließend auf weiteren Körperteilen, wie zum Beispiel an den Handflächen und Fußsohlen, aus.  

Gut zu wissen: Bei den aktuellen Fällen aus dem Mai 2022 wurden der Beginn der Hautveränderungen im Genital- und Harnbereich festgestellt (Urogenital-Bereich). Weitere Krankheiten, die einen Ausschlag im Genitalbereich aufweisen, sind zum Beispiel Syphilis oder Genitalherpes.

Übertragung: Wie stecke ich mich mit den Affenpocken an?

Die Infizierung mit dem Affenpockenvirus erfolgt in erster Linie durch direkten Kontakt mit der Hauterkrankung, Blut sowie Ausscheidungen infizierter Tiere oder Kontakt mit dessen Fleisch. Eine Infizierung von Mensch zu Mensch erfolgt durch Kontakt mit Körperflüssigkeiten, wie beispielsweise bei sexuellen Handlungen, oder Schorf eines Infizierten. Noch vor dem Auftreten der ersten Symptome (Prodromalphase) kann bei engem Kontakt (Face-to-Face-Kontakt) der Virus durch ausgeschiedene Atemwegssekrete übertragen werden (Tröpfcheninfektion).  

Generell ist eine Übertragung von Mensch zu Mensch selten, aber bei engem Kontakt dennoch möglich, wie die aktuellen Fälle zeigen. Experten gehen davon aus, dass insbesondere in den Sommermonaten eine Verbreitung auf Massenveranstaltungen möglich ist.  

Gut zu wissen

Bei den neuen Fällen in Europa wurde ein häufiges Auftreten der Affenpockeninfektion unter Männern nach Sexualkontakt festgestellt.

Was tun, wenn ich (Affen)Pocken aufweise?

Symptome sind nicht immer eindeutig. Hautveränderungen wie Rötungen, Bläschen oder Pocken können zahlreiche Gründe haben. Wir haben einen Dermatologen gefragt, was zu tun ist:   

Dr. Max Tischler sagt: „Man sollte sich in jedem Fall bei einem Arzt oder einer Ärztin vorstellen. In den meisten Fällen sind die entstehenden Papeln und Pusteln oder die fleckförmigen Hautveränderungen am Körper harmlos, aber ein geschulter Blick verhindert Schlimmeres.“

Sollte sich herausstellen, dass es sich bei Ihrer Erkrankung um die seltenen Affenpocken handelt, besteht eine Meldepflicht. Dazu ist der Arzt oder die Ärztin, die Ihre Diagnose gestellt hat oder aber das entsprechende Labor gesetzlich verpflichtet. Durch die Erfassung der Krankheit kann eine Weiterverbreitung verhindert werden.  

Verdacht auf Affenpocken?

Ersteinschätzung von Hautveränderungen innerhalb weniger Stunden durch den Arzt oder die Ärztin Ihrer Wahl erhalten Sie bei OnlineDoctor. Somit können Sie unnötige Kontakte beschränken. Sollte doch ein persönlicher Termin in der Hautarztpraxis notwendig sein, erhalten Sie diesen kurzfristig. 

Wie kann ich mich (und andere) schützen?

Nach über zwei Jahren Pandemie, wissen wir, wie wir uns vor Infektionen schützen können. Die Corona Maßnahmen können auch vor der Übertragung der Affenpocken schützen. Es gilt also weiterhin: Abstandhalten, Händewaschen, Menschenversammlungen meiden und in öffentlichen Räumen Masken tragen. Meiden Sie sexuellen Kontakt mit fremden oder wechselnden Personen, um eine Infektion über die Schleimhäute zu vermeiden.  

Wichtig: Lassen Sie Hautauffälligkeiten und andere Symptome immer frühzeitig medizinisch abklären! Bei Verdacht sollten Sie andere Menschen meiden und sich bei ihrem zuständigen Gesundheitsamt melden.  

Affenpocken: Die Impfung kommt

Die Zahlen der mit dem seltenen Virus Betroffenen sind in den letzten Wochen rasant gestiegen. Bereits vor einer Woche verdoppelte sich die Anzahl der gemeldeten Infizierten. In Deutschland wurden vor einer Woche noch 469 Affenpockenfälle registriert (Stand 21.06.2022). Zum jetzigen Zeitpunkt sind es bereits 765 gemeldete Fälle (Stand 27.06.2022). Damit kann der bislang höchste Anstieg innerhalb von einer Woche vermerkt werden. Die höchsten Zahlen in Europa verzeichnet das Vereinigte Königreich mit über 700 Infizierten, gefolgt von Spanien. Um das Risiko einer rasanten Ausbreitung zu verringern, wird nun gehandelt: Die WHO hat bereits in einigen betroffenen Ländern einen Notfallausschuss einberufen und nun kommt auch die Impfung. In kürzester Zeit sollen die ersten Impfdosen geliefert werden.

Weitere Infos

In Deutschland wurden inzwischen weit über 1000 Fälle gemeldet. Die aktuellen Zahlen, sowie Tipps, wie Sie sich vor einer Ansteckung mit dem Virus schützen können, erfahren Sie hier in unserem neuen Beitrag zum Thema Affenpocken.

Wer sollte sich gegen Affenpocken impfen lassen?

Die ersten Impflieferungen sind für Personengruppen mit einem erhöhten Risiko geplant. Durch eine Impfung sollen bestimmte Risikogruppen sowie diejenigen, die engen Kontakt mit Infizierten haben, geschützt werden. Dazu gehören zum derzeitigen Punkt insbesondere homosexuelle Männer über 18 Jahre sowie diejenigen, die in engem körperlichen Kontakt mit der Risikogruppe stehen. Darunter wird zum Beispiel die Teilung eines Haushaltes, aber auch längere gemeinsame Aufenthalte auf engem Raum verstanden. Wer bereits in früheren Jahren gegen Pocken geimpft wurde, weist bereits einen Schutz auf. 

Gut zu wissen: Wer ist besonders von Affenpocken betroffen? Derzeit sind in Deutschland ausschließlich Männer von Affenpocken betroffen. Gefährdet seien insbesondere Männer, die Geschlechtsverkehr mit anderen Männern haben. Fälle von Affenpocken bei Frauen und Kindern sind derzeit bislang nicht bekannt.

Welche Symptome können nach der Impfung gegen Affenpocken auftreten?

Nebenwirkungen sind bei Impfungen immer möglich. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass diese bei der Impfung gegen Affenpocken unwahrscheinlicher sind, als bei der früher durchgeführten Impfung gegen Pocken. Typische Nebenwirkungen sind zum Beispiel Müdigkeit oder Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen sowie Hautveränderungen an der Injektionsstelle. Das können beispielsweise Ausschläge mit Rötungen, Juckreiz oder auch Schwellungen sein.  

Übrigens: Mediziner*innen sagen jedoch, dass wer als Kind eine Impfung gegen Pocken erhalten hat, einen leichteren Verlauf haben könnte. Seitdem Pocken jedoch nicht mehr vorkommen, wird auch gegen diese Krankheit nicht mehr geimpft, sodass nur ältere Menschen von diesem Schutz profitieren.

Mehr über Affenpocken und den Verlauf der Ausbreitung in Europa erfahren Sie auf der Seite des Robert-Koch-Instituts (RKI).  Auch auf der Seite des DDG informiert über Affenpocken

 Welche Krankheit könnte es noch sein?

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