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Hautkrebs rechtzeitig erkennen - Experteninterview
Hautkrebsfälle nehmen zu. Dr. Antonia Brandt, Dermatologin aus Frankfurt, behandelt viele Betroffene. Im Interview verrät die Hautärztin, welche Formen von Hautkrebs es gibt, wie diese rechtzeitig erkannt werden und wie diese behandelt werden können.

Welche Hautkrebsarten gibt es und wie unterscheiden sich diese?
Dr. Brandt: Die häufigste Form von Hautkrebs ist in Deutschland der sogenannte „weiße“ Hautkrebs gefolgt vom „schwarzen“ Hautkrebs. Der weiße Hautkrebs geht von nicht pigmentbildenden Hautzellen aus (daher der Bezeichnung „weiß“); diese Tumore streuen in der Regel erst in einem weit fortgeschrittenen Stadium und sind gut heilbar, wenn sie früh entfernt werden. Der gefürchtete schwarze Hautkrebs geht von den Pigmentzellen (den sog. Melanozyten) aus, also den Zellen, die die Farbe der Haut bilden. Er zeigt ein aggressives Wachstum, daher ist hier die frühzeitige Diagnose und Entfernung besonders wichtig.
Neben diesen häufigen Krebsarten gibt es auch noch seltenere Hauttumore, die zum Beispiel vom Bindegewebe oder Blutgefäßen ausgehen.
Wie erkenne ich, ob ich Hautkrebs habe?
Dr. Brandt: Letztlich sind alle Hautveränderungen, die immer weiterwachsen oder sich verändert haben, (z.B. der Farbe oder Oberflächenbeschaffenheit) zunächst suspekt und sollten weiter untersucht werden. Hautärzt*innen können mittels Dermatoskop (eine spezielle Lupe) dann weiter eingrenzen, ob die Hautveränderung womöglich bösartig ist. Letzte Sicherheit bringt dann eine histologische Untersuchung, zum Beispiel durch eine Gewebeprobe oder komplette Entfernung der Hautveränderung.


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Was sind die ersten Anzeichen von Hautkrebs?
Dr. Brandt: Weißer Hautkrebs präsentiert sich zu Beginn oft unspektakulär. Oft berichten Betroffene über diese eine entzündete Stelle „die einfach nicht abheilen will“.
Weißer Hautkrebs wird maßgeblich durch UV-Licht verursacht, daher tritt er sehr häufig im Kopfbereich und in allen Regionen auf, die viel Sonnenlicht ausgesetzt sind.
Bei schwarzem Hautkrebs hilft die ABCDEF-Regel:
A für Asymmetrie des Muttermals, also unregelmäßig geformt
B für Begrenzung (unscharfe Begrenzung oder raue Oberfläche)
C für Colorit, also Farbveränderung (sehr dunkle Muttermale, bläuliche oder rötliche Verfärbung, mehrere Farben)
D für Durchmesser (ab 2mm und Größenzunahme)
E für „evolving“ (neu entstandene Muttermale)
F für „funny looking“, auf deutsch auch „Hässliches-Entlein-Regel“
genannt. Damit sind verdächtige Muttermale gemeint, die sich
von den übrigen Muttermalen am Körper unterscheiden.
Auch hier kann mittels Dermatoskop beurteilt werden, ob das Muttermal verdächtig und eine Entfernung notwendig ist.
Ist eine digitale Begutachtung eines Muttermals möglich?
Eine Ersteinschätzung eines Muttermals (melanozytärer Läsionen) kann teledermatologisch erfolgen, wenn der klinisch morphologische Befund eindeutig ist. Das heißt, wenn die Bildqualität hoch ist, die zusätzlichen Angaben vorliegen und das Erscheinungsbild des Muttermals eindeutig ist, kann anhand der ABCDEF-Regel eine Ersteinschätzung von einem Dermatologen oder einer Dermatologin abgegeben werden.
Für eine abschließende Diagnose ist immer eine dermatoskopische Beurteilung des Muttermals (Nävus) notwendig, also eine Beurteilung mit der Lupe.
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Welche Symptome gibt es im weiteren Verlauf von Hautkrebs?
Dr. Brandt: Im weiteren Verlauf kommt es durch die Größenzunahme der Tumore häufig zu einer Krustenbildung oder Nässen, wie auch eine erhöhte Verletzlichkeit. Weit fortgeschrittene Tumore bilden Tochtergeschwülste, sogenannte Metastasen in umgebenden Lymphknoten und anderen Organen.
Mit welchen Krankheiten oder Hautveränderungen wird Hautkrebs häufig verwechselt?
Dr. Brandt: Weißer Hautkrebs kann mit anderen entzündlichen Hauterkrankungen verwechselt werden. Prinzipiell gilt, dass alle neu aufgetretenen Hautveränderungen, die nach 4 bis 6 Wochen nicht abgeheilt sind, weiter abgeklärt werden sollten. Schwarzer Hautkrebs kann mit gutartigen Muttermalen oder anderen pigmentierten Hautveränderungen wie zum Beispiel Alterswarzen verwechselt werden. Hier kann nur die Untersuchung mit dem Dermatoskop (eine spezielle Lupe des Dermatologen) eine sichere Unterscheidung bringen.
Wie gut sind die Heilungschancen, wenn Hautkrebs frühzeitig entdeckt wird?
Dr. Brandt: Erfreulicherweise ist Hautkrebs, wenn früh diagnostiziert und therapiert, heilbar. Die Therapie der Wahl ist in der Regel die operative Entfernung, welche meist ambulant in örtlicher Betäubung durchgeführt werden kann.
Wichtig ist die Nachsorge nach der OP: die Patient*innen lassen regelmäßig die Betroffene Hautstelle kontrollieren. Es werden die OP-Narbe und die restliche Haut untersucht, um frühzeitig zu erkennen, falls die Erkrankung wieder auftritt oder neue Tumore festgestellt werden.
Dr. med. Brandt, Frankfurt
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