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Achtung Saugwürmer: Zerkarien in Badeseen - Was tun bei einer Badedermatitis?
Juckreiz und Hautausschläge können einem schönen Tag am See ein unangenehmes Ende bereiten. Quaddeln, Hautrötungen und Juckreiz nach dem Baden im See deuten auf einen Befall von Saugwürmern (Zerkarien) hin.
Badedermatitis (auch Zerkarien-Dermatitis oder „Entenflöhe“) ist eine juckende Hautreaktion nach dem Baden in Seen oder stehenden Gewässern. Ursache sind Larven bestimmter Saugwürmer (Zerkarien), die in die oberste Hautschicht eindringen und dort einen Ausschlag mit roten Flecken oder Pusteln auslösen.

Wenn die Temperaturen steigen, zieht es zahlreiche Menschen ins Wasser. Wer kann, flieht aus der Stadt an den See. Doch in einigen Gewässern können auch winzige Larven von Saugwürmern lauern – sogenannte Zerkarien. Diese Larven können unangenehme Hautreaktionen auslösen. Lesen Sie in diesem Artikel, wie Sie Zerkarien erkennen, wie Sie sich schützen können und was zu tun ist, wenn Sie nach dem Baden Hautveränderungen feststellen.
Was sind Saugwürmer und Zerkarien?
Saugwürmer (Trematoden) sind parasitische Würmer, deren Larvenstadien – die Zerkarien – für die sogenannte Badedermatitis (auch Zerkariendermatitis oder Entenbilharziose genannt) verantwortlich sind. Die wichtigsten Erreger in mitteleuropäischen Gewässern gehören zur Gattung Trichobilharzia. Diese Saugwürmer leben als erwachsene Tiere in den Blutgefäßen von Wasservögeln wie Enten, Gänsen oder Schwänen. Die Eier der Würmer werden mit dem Kot der Vögel ins Wasser abgegeben.
Im Wasser schlüpfen aus den Eiern zunächst sogenannte Wimpernlarven (Miracidien), die als Zwischenwirt bestimmte Süßwasserschnecken befallen. In den Schnecken entwickeln sich durch ungeschlechtliche Vermehrung zahlreiche Zerkarien, die nach etwa 100 Tagen aus der Schnecke ins Wasser freigesetzt werden. Zerkarien sind etwa 1 mm große, freischwimmende Larven, die aktiv nach einem neuen Endwirt suchen – bevorzugt Wasservögel.
Nicht jeder Ausschlag nach dem Schwimmen ist harmlos. Eine fachärztliche Einschätzung kann helfen, andere Hauterkrankungen auszuschließen.
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Wie kommt es zu einer Badedermatitis?
Der Mensch ist für die Zerkarien ein sogenannter Fehlwirt. Beim Baden in betroffenen Gewässern können Zerkarien versehentlich in die menschliche Haut eindringen, da sie auf Reize wie Wärme und Bewegung reagieren. Im menschlichen Gewebe sterben die Larven jedoch rasch ab, da sie sich nur in Wasservögeln weiterentwickeln können. Das Eindringen kann beim Menschen eine allergische Hautreaktion auslösen – die Badedermatitis.
Symptome: Woran erkenne ich eine Badedermatitis durch Saugwürmer?
- Bei einem Erstbefall kommt es wenige Minuten bis Stunden nach dem Baden meist zu leichten Hautreaktionen, wie Juckreiz und Rötung. Oft bleibt der Erstkontakt unbemerkt, kann aber das Immunsystem sensibilisieren.
- Ein wiederholter Befall kann stärkere Symptome hervorrufen, z. B. ausgeprägter Juckreiz, Rötungen, Bildung von Quaddeln oder Bläschen. Die Beschwerden erreichen nach 1–2 Tagen ihr Maximum und klingen in der Regel innerhalb von 10–20 Tagen ab.
Selten können auch stärkere allergische Reaktionen mit Fieber oder Schwellungen auftreten.
Badedermatitis oder Mückenstiche? So erkennen Sie den Unterschied
Verschiedene Hautreaktionen können den Symptomen einer Badedermatitis ähneln:
- Hitzepickel entstehen durch verstopfte Schweißdrüsen und zeigen sich als juckende, rote oder bläschenartige Hautausschläge.
- Bei einer Sonnenallergie reagiert die Haut nach Sonnenexposition mit Juckreiz, Rötung und kleinen Bläschen.
- Auch Insektenstiche können lokale Rötungen mit Juckreiz und Schwellungen verursachen.



Juckende Hautreaktion nach dem Baden?
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Behandlung: Was tun bei einem Zerkarienbefall?
Eine spezifische Therapie gegen Zerkarien gibt es nicht, da die Larven im menschlichen Körper absterben und sich nicht weiterentwickeln. Die Behandlung erfolgt daher rein symptomatisch und zielt darauf ab, den Juckreiz zu lindern und Hautreizungen vorzubeugen.
Mögliche Maßnahmen:
- Kühlende, juckreizlindernde und entzündungshemmende Salben oder Gele (z. B. mit Antihistaminika oder Kortison) können die Beschwerden deutlich mildern.
- Wichtig: Die betroffenen Hautstellen sollten nicht aufgekratzt werden, da dies das Risiko für bakterielle Infektionen erhöht.
- Halten die Symptome länger an, verschlimmern sich oder treten entzündliche Veränderungen auf, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.
Gut zu wissen
Sind Saugwürmer gefährlich? Eine Badedermatitis ist für gesunde Menschen ungefährlich, aber unangenehm. Die Larven der Würmer können im Menschen nicht überleben oder sich vermehren.
Wie häufig ist Badedermatitis?
Badedermatitis tritt vor allem in den Sommermonaten auf, insbesondere bei warmen Temperaturen und in stehenden oder langsam fließenden Gewässern. Genaue Fallzahlen existieren nicht, da viele Betroffene keine ärztliche Hilfe suchen. In beliebten Badeseen kommt es jedoch regelmäßig zu lokalen Häufungen.
In welchen Seen kommen Saugwürmer vor?
Zerkarien treten in vielen mitteleuropäischen Süßwasserseen auf, insbesondere dort, wo viele Wasservögel und geeignete Schneckenarten vorkommen. Die Hauptschwärmzeiten sind Frühsommer und Spätsommer, vor allem nach längeren Schönwetterperioden und bei warmen Wassertemperaturen. In Deutschland, darunter Berlin, Hamburg, Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg, werden regelmäßig Fälle von Badedermatitis gemeldet. Das Auftreten ist regional und zeitlich unterschiedlich und hängt stark von Umweltbedingungen ab.
In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Vorkommen in beispielsweise Mecklenburg Vorpommern (im Glambecker See in Neustrelitz, an der Müritz in Waren und Klink) sowie in diversen Berliner Badegewässern (Schlachtensee, Krumme Lanke, Jungfernheideteich, Teufelssee, Großer und Kleiner Müggelsee, Halensee, Unterhavel (Große Steinlanke), Großer Wannsee).
Mögliche Risikofaktoren sind:
- Flache, pflanzenreiche Uferzonen, die sowohl von Schnecken als auch von Wasservögeln bevorzugt werden
- Längere Aufenthalte im Flachwasser, vor allem bei Kindern, die häufig in diesen Bereichen spielen
- Hohe Wassertemperaturen, die das Wachstum der Zerkarien fördern


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So schützen Sie sich vor Zerkarien
Wer im See badet, sollte folgende Punkte beachten, um einen Zerkarienbefall zu vermeiden:
- Meiden Sie Flachwasserzonen und pflanzenreiche Uferbereiche. Baden Sie möglichst im tieferen, kühleren Wasser.
- Meiden Sie Stellen, die stark mit Wasserpflanzen bewachsen sind.
- Schwimmen Sie nicht in der Nähe von Wasservögeln und füttern Sie diese nicht.
- Trocknen Sie sich nach dem Baden gründlich ab und wechseln Sie nasse Badekleidung.
- Wasserfeste Sonnenschutzmittel oder spezielle Quallenschutzlotionen können das Eindringen der Zerkarien erschweren.
- Vermeiden Sie es insbesondere, bei warmem Wetter früh morgens zu schwimmen, da zu dieser Zeit die Larven freigesetzt werden.
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Fazit
Badedermatitis ist eine in der Regel harmlose, aber unangenehme Hautreaktion auf Zerkarien, die in vielen mitteleuropäischen Gewässern vorkommen können. Besonders betroffen sind flache, pflanzenreiche Uferbereiche mit vielen Wasservögeln und Schnecken. Mit einfachen Schutzmaßnahmen lässt sich das Risiko für einen Befall jedoch deutlich verringern, sodass einem unbeschwerten Badevergnügen nichts im Weg steht.
FAQ: Badedermatitis & Saugwürmer
Nein. Die Hautreaktion wird nicht von Mensch zu Mensch übertragen.
Typisch sind kleine rote Flecken oder juckende Pusteln nach dem Baden in Seen.
Vor allem warme, flache Süßgewässer mit vielen Wasservögeln gelten als Risikogebiete.
Kühlung, juckreizstillende Cremes und das Vermeiden von Kratzen können die Beschwerden lindern.
Wenn starke Schwellungen, Fieber, anhaltender Juckreiz oder unklare Hautreaktionen auftreten.
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Quellen
https://badegewaesserkarte.landbw.de/?dlg=dialog_7
https://www.lgl.bayern.de/gesundheit/hygiene/wasserhygiene/badeseen/zerkarien.htm
https://www.berlin.de/lageso/gesundheit/gesundheitsschutz/badegewaesser/zerkarien/
https://schleswig-holstein.nabu.de/tiere-und-pflanzen/sonstige-arten/parasiten.html
https://umwelt.bremen.de/umwelt/wasser/baden-in-bremen/badedermatitis-durch-zerkarien-23522
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